Parthena

Meine Gefühle sprechen durch Bilder, wenn mir die Worte fehlen. 
Ich bin keine Künstlerin, zumindest nicht in dem Sinne, den man sich gemeinhin darunter vorstellt. 
Ich kann malen, ja. Aber meistens fehlt etwas. Zeit, Ruhe, das richtige Material. Oder vielleicht nur die Energie, all das zusammenzubringen, was nötig wäre, um eine Idee in die physische Welt zu zwingen.
Dann kam die KI. Und mit ihr eine merkwürdige Erleichterung.
Plötzlich war da ein Zugang. Ein System, das keine Geduld verlangt, keine Vorbereitung, keine sauberen Pinsel. Nur Gedanken. Fragmente. Andeutungen. Und es reicht. Es genügt, um etwas Sichtbares zu erzeugen.
Die Bilder, die dabei entstehen, sind keine klassischen Werke. Sie riechen nicht nach Farbe, sie tragen keine Spuren von Händen. Und doch sind sie seltsam nah an dem, was ich eigentlich ausdrücken will. Vielleicht sogar näher, als ich es selbst je erreichen würde.
Manchmal zeichne ich noch. Mit Farbstiften, mit Kohle und mit Bleistift. Es ist langsamer, fast anstrengend. Aber auch ehrlicher, auf eine altmodische Weise. Vielleicht werde ich irgendwann wieder auf Leinwand malen. Farbschlachten in Acryl.  Vielleicht auch nicht.
Am Ende bleibt es dasselbe: der Versuch, etwas Inneres nach außen zu bringen. Ob mit Stift oder Maschine, ist dabei fast nebensächlich geworden. Die KI ist dabei kein Ersatz. Eher ein Werkzeug. Ein ziemlich effektives sogar.
Und wie die meisten Werkzeuge sagt es nichts über den Menschen aus, der es benutzt. Nur darüber, dass er etwas loswerden wollte.